Regenwasser durchläuft einen Versickerungsprozess durch verschiedene Erdschichten, bevor es das Grundwasser erreicht. Wie schnell das geschieht, hängt entscheidend von der Bodenbeschaffenheit ab. Grobsand und Kies ermöglichen mit ihren großen Poren eine schnelle Durchdringung, während Lehmböden und Mergel mit kleineren Poren den Fluss bremsen und den Prozess stark verlangsamen.
Versickerung nach Bodenart
| Bodenart | Permeabilität | Versickerungsgeschwindigkeit |
|---|---|---|
| Grobsand | Hoch | Schnell |
| Kies | Hoch | Schnell |
| Lehm | Niedrig | Langsam |
| Mergel | Niedrig | Langsam |
Versickerungsdauer im Überblick
Die Gesamtdauer variiert erheblich:
- Sand- und Kiesböden: Regenwasser kann an einem Tag bis zu rund 14,5 Meter eindringen.
- Lehm- und Mergelböden: Der Prozess dauert mehrere Monate bis hin zu etwa fünf Jahren.
Von November bis April verbrauchen Pflanzen weniger Wasser und es verdunstet weniger – diese Winterperiode ist daher zentral für die Grundwasserneubildung.
Einflussfaktoren auf die Versickerung
- Eine hohe Bodensättigung reduziert die Aufnahmerate.
- Die Niederschlagsmenge spielt eine große Rolle.
- Jahreszeiten und Wetterbedingungen beeinflussen die Geschwindigkeit.
- Der Pflanzenwasserverbrauch ist in der Vegetationsruhe gering.
Beispiel: Niederschlag in Rheinland-Pfalz
| Jahr | Niederschlagsmenge (mm) |
|---|---|
| 2020 | 750 |
| 2021 | 680 |
| 2022 | 780 |
| 2023 | 910 |
Im Jahr 2023 überstieg die Niederschlagsmenge den langjährigen Durchschnitt von rund 807 mm deutlich.
Herausforderungen für das Grundwasser
- Übernutzung durch Landwirtschaft und Industrie
- Verschmutzung durch Pestizide und chemische Substanzen
- Klimawandel mit unregelmäßigen Niederschlägen und Dürren
Wer die Qualität seines Trinkwassers verbessern möchte, findet Tipps im Wasserfilter-Ratgeber.

